Angriff in Solidarität mit den in Deutschland eingesperrten Anarchisten

In der Nacht des vergangenen 28. Januars haben wir zwei Autos der Firma Prosegur, nahe deren Sitzes im Viertel von Bellvitge (L’Hospitalet de Llobregat, Barcelona), verbrannt. Wir glauben nicht, dass es notwendig ist diesen Angriff gegen jene elendigen Wächter zu rechtfertigen. Um diese Aktion auszuführen haben wir auf eine alte, durch Anarchisten verwendete, Methode zurückgegriffen, welche aus einer kleinen Flasche gefüllt mit Benzin besteht, umgeben von einem Docht und Streichhölzern.

Mit dieser kleinen Geste wollen wir unsere Liebe und unsere ganze Kraft jenen Anarchisten zukommen lassen, die beschuldigt werden eine Bank in Aachen enteignet zu haben und denen deshalb seit dem 23. Januar der Prozess gemacht wird.

Es lebe die Anarchie!!

Gefunden auf barcelona.indymedia.org

[update] Aachen: Kurze Zusammenfassung des zweiten Verhandlungstages

Heute fand der zweite Verhandlungstag im Verfahren gegen unsere zwei Kameraden statt, die eines Überfalles auf eine Filiale der Pax Bank in Aachen (Deutschland) beschuldigt werden. Drei Zeugen waren anwesend. Zwei Mitarbeiterinnen der Reinigungsfirma der Bank und eine Passantin, die sich in der Umgebung der Bank befand und Personen gesehen hätte, die sich verdächtig verhielten, und daraufhin die Polizei alarmiert hatte.

Ganz allgemein waren die Versionen der zwei Reinigungskräfte bezüglich der Tatsachen von Beginn an sehr unterschiedlich und manchmal sogar widersprüchlich: die Anzahl der Menschen, die an dem Überfall teilgenommen haben soll, variierte; die erste Zeugin gab an, dass es sich um eine Frau mit roter Perücke (welche sie nicht auf den durch den Richter präsentierten Fotos erkannte) und insgesamt drei oder vier Personen gehandelt haben soll, während die zweite Zeugin sich an eine blonde Frau (und sich nicht sicher war ob diese eine Perücke trug oder nicht) und insgesamt sechs Personen erinnerte; sie wusste außerdem nicht sicher ob es eine oder zwei Frauen waren.

Die erste Zeugin gab an, dass die Frau ihr lediglich eine Pistole zeigte ohne diese direkt auf sie zu richten; die zweite behauptete, dass sie diese auf ihren Kopf gerichtet hatte und zweifelte bei der Frage des Richters, ob man ihr gedroht hatte sie zu töten, falls sie schreien würde.

Die dritte Zeugin sagte aus, eine Gruppe von fünf oder sechs Personen gesehen zu haben, worunter zwei Frauen, eine mit langen schwarzen Haaren und die andere mit blondem Haar. Außerdem erinnerte sie sich, dass eine der sechs Personen asiatische Gesichtszüge hatte und sie alle wie Studenten aussahen.

Der Staatsanwalt und der Richter fragten alle Zeuginnen, ob sie die möglichen Beteiligten an dem Überfall unter den Anwesenden erkannten, woraufhin alle drei negativ antworteten. Im Publikum befand sich außerdem ein Zivilfahnder, der sich Notizen machte und alle außerhalb des Gerichtssaals observierte. Als der Anwalt ihn ausfragte, musste er zugeben ein Bulle des LKAs (Landeskriminalamt) zu sein; der Staatsanwalt rechtfertigte dies mit der Aussage, dass es sich um ein laufendes Ermittlungsverfahren handle.

Die nächste Sitzung findet am Montag, 13. Februar, um 9:00 statt.

Gefunden auf und übersetzt von: https://solidaritatrebel.noblogs.org/

[poster] solidarity poster DE

Es gibt derzeit einige Anarchist_innen die der Justiz mit dem Vorwurf des Bankraubes ausgesetzt sind. Dies geschieht in Folge einer Repressionswelle, die von den Strafverfolgungsbehörden in Aachen ausgeht.

Zwei Gefährt_innen aus Barcelona wurden in unterschiedlichen Situationen im Frühling 2016 verhaftet und nach Deutschland ausgeliefert. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt sie, an einem Banküberfall beteiligt gewesen zu sein, der sich 2014 gegen die Pax Bank in Aachen richtete. Ihre Gerichtsverhandlung begann am 23 Januar 2017 und wird mindestens 5 Monate andauern.

Eine weitere Gefährtin aus Amsterdam wurde bereits der Prozess gemacht, für einen anderen Banküberfall welcher im Juli 2013 in einer Bankfiliale der Aachener Bank statt fand. Im Dezember 2016 wurde jene Gefährtin freigesprochen, allerdings hat die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt

Ob die beschuldigten Gefährt_innen jemals diese Banken als ‚ungewöhnliche Kundschaft‘ betreten haben oder nicht, ist für uns nicht wichtig. Wir werden niemandem einen Vorwurf machen, der_die für sich entscheidet, bewaffnet eine Bank zu betreten. Unsere Solidarität gilt den Individuen, die trotz der Repression ihren Prinzipien treu geblieben sind und in ihrer Liebe für die Freiheit und der Verachtung aller Autoritäten sich nicht einschränken lassen.

Die Staatsanwaltschaft spricht davon, in der Bank und der näheren Umgebung an beweglichen Gegenständen, DNA Spuren gefunden zu haben, welche scheinbar den beschuldigten Anarchist_innen zugeordnet wurden. Diese Hinweise werden uns nun als objektives und unfehlbares Indiz präsentiert, dass ihre Anwesenheit an jenen speziellen Tagen in diesen Filialen belegen soll. Wir wollen es den Gerichten und Juristen überlassen, sich über die technischen Trugschlüsse dieser Ermittlungsmethoden zu streiten. Dennoch wollen wir auf die ewig wachsende, internationale DNA- Datenbank aufmerksam machen. Welche – akquiriert durch jegliches Hilfsmittel- zum Problem jener werden, deren Handeln und Ideen nicht in Gehorsam dem Staat unterworfen sind. Diese forensischen Beweise, die uns als absolut präsentiert werden, sind in Wirklichkeit ein weiteres Beispiel für die Wissenschaft im Dienste der sozialen Kontrolle. Diese rationale “Neutralität” im Namen der Neutralisierung von unfügsamen und ungewollten Subjekten geschieht in kompletter Konformität mit totalitären, demokratischen Werten. Im Namen der Sicherheit werden wir alle zu willigen Teilnehmenden in der Kontrolle und Kodifizierung über unsere Leben.

Wie in den meisten juristischen Fällen werden diese technologischen Beweise noch gepaart mit den vermeintlich kriminellen Charakteristiken jener Personen, die einem unerwünschten und unprofitablem Profil entsprechen – sei es sozial, ökonomisch, ethnisch, oder ethisch. Diese Kombination ergibt die perfekte Rezeptur um Individuen einzusperren. Die Mainstream- Medien helfen eifrig jegliche Repression zu legitimieren und spielen eine entscheidende Rolle in der Verleumdung jener Individuen, welche sich in den Klauen des Staates befinden. Sie sind die Komplizen in der Produktion dieser ‚ gefährlichen Figuren‘ und kreieren einen Konsens eben jene gesellschaftlich zu isolieren.

Es liegt es an denjenigen, die die diese Welt weder akzeptieren noch akzeptiert sind, sich zu organisieren und zu kämpfen. Dieses System beruht auf Lohnsklaverei, Entfremdung, Gehorsam gegenüber der Macht und der Sterilisierung jeglichen Impulses oder Wunsches nach Selbstbestimmung.

Es liegt an jedem von uns genau jene Logiken anzugreifen, welche auf der Grundlage von Akkumulation, Autorität, Lohnsklaverei, Unterwerfung und den Kriegen zwischen den Armen und Kriegen zwischen den Staaten basieren.

Kämpfen für ein Leben in Würde, Autonomie und Freiheit.

Für Revolte!

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soli poster de

[Event] Aachen: Der Repression ins Gesicht spucken! Ein Abend in Solidarität mit den wegen Banküberfällen in Aachen angeklagten Gefährt_innen

Im Angesicht eines Repressionsapparats, der im Kontext des technokratisch-wissenschaftlichen Wahns dieser Tage immer beklemmendere Züge annimmt scheint es leicht, in Lethargie zu verfallen.
Das ist so gewollt – durch technologische Aufrüstung, immer weiter reichende Forschung z.B. im Bereich der DNA-Analyse, der Auswertung von Videos und dem Zugriff auf Daten soll der Eindruck entstehen, dass es unmöglich ist sich der Überwachung, Erfassung und Speicherung zu entziehen.

Um dieser vermeintlichen Totalität etwas entgegenzusetzen, müssen wir die Situation, in der wir kämpfen, einer ständigen Analyse unterziehen. Wir müssen uns über Wege austauschen, diesen Entwicklungen auf Ebenen des Angriffs, der Solidarität und der Selbstorganisation zu begegnen.

Uns geht es um Fragen, die Anarchist*innen im Kampf seit jeher beschäftigen, und die keineswegs an Aktualität verloren haben, Fragen bezüglich des Aktes der Enteignung, der Repression und der Solidarität.

Am Samstag, den 11. Februar 2017 um 19 Uhr laden wir in den Infoladen Aachen in der Bismarckstraße 37 ein, um Erfahrungen und Einschätzungen bezüglich dieser Fragen auszutauschen, insbesondere im Hinblick auf aktuelle Schläge der Repression gegen Gefährt_innen, denen Banküberfälle in Aachen vorgeworfen werden.

 

[texts for discussion] Pecunia non olet DE

Die Pax-Bank, eigentlich „Pax-Bank eG, Bank der Kirche und Caritas“ wurde 1917 in Köln als Bankgenossenschaft von Priestern für die geistliche Gemeinschaft unter den Prinzipien „Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung“ gegründet. Anlässlich der historischen Gegebenheiten der Oktoberrevolution von 1917 in Russland und der steigenden sozialen Spannungen eben in Deutschland, die im Fall der Monarchie von Kaiser Willem II endeten und sich später in die Revolution von 1918 entwickelten, ist es nicht merkwürdig, dass genau zu jener Zeit, als sich die katholische Kirche direkt von den sozialen Erhebungen durch die „Rote Flut“ bedroht fühlte, diese beschloss ihr Kapital zu beschützen, in diesem Fall nicht nur „spirituell“ sondern auch ökonomisch, mit der Gründung der genannten Bank. Außerdem verlor Deutschland im Jahr 1920, aufgrund des Friedensvertrags von Versailles, alle seine Kolonien, in denen das „zivilisatorische Werk“ offensichtlicher Weise von der „glühenden missionarischen Arbeit“ begleitet wurde.

In den darauffolgenden Jahren überlebte die Pax-Bank, im Gegensatz zu vielen anderen Finanzinstituten, sowohl die Inflationen als Folge des Endes der Ersten Weltkrieges, als auch die erste große Finanzkrise (ausgelöst durch den Wertverfall der Anlagen beim New Yorker Börsencrash im Jahr 1929). Obwohl auch viele deutsche Banken vom Zusammenbruch betroffen waren, bekräftigt die Pax-Bank im Jahr 1932 schlichtweg „unsere Rentabilität sowie Liquidität nicht gelitten hat”.

Selbstverständlich bewahrt die Pax-Bank absolutes Stillschweigen in Bezug auf ihre Beziehungen zur neuen politischen Macht, die ihr Heimatland in den Jahren zwischen 1933 und 1945 regierte, der NSDAP nämlich, die nur dank der bedingungslosen Unterstützung, die ihr durch das deutsche Großkapital gegeben wurde, fähig war ihre Maschine des Expansionskrieges zu entfesseln und es so schaffte den halben Kontinent zu besetzten und den Holocaust bzw. die Auslöschung der als minderwertig angesehenen Völker zu verüben. Obwohl es der Wahrheit entspricht, dass die Katholische Kirche von Deutschland, durch ihre Glaubensverbindungen eher an den Vatikan als an Berlin gebunden, nicht in jenem Maße an den Naziverbrechen mitwirkte, wie die größere Kirche des Landes, die Protestantische, war ihre Haltung im Allgemeinen sehr passiv. Im Jahr 1941 wurde ihre Sitz in Köln – für das zukünftige Bild der Bank nicht unförderlich – während den Bombardements der Alliierten zerstört, und mit ihm auch alle Dokumente, Protokolle und Akten der vorangegangenen Jahrzehnte. Dennoch meidet die Pax-Bank es nicht sich damit zu brüsten, weiterhin wichtige Erträge erzielt zu haben, auch während jener Jahre der, wie sie selbst es lakonisch beschreibt, „Kriegswirren“.

Im Zeitraum nach der Beendigung des Zweiten Weltkriegs und mit der Einführung der Deutschen Mark als neue Währung im Jahr 1948, wächst und expandiert die Pax-Bank weiter. Im Jahr 1950 beginnt sie ihre zukünftigen Angestellten auszubilden, während sie 1952 ihre Dienste für Kirchen und geistliche Privatpersonen auch auf Klöster, Kinderheime und Spitäler ausweitet.

In der Folge werden 1958 einige neue Filialen eröffnet, unter ihnen jene in Aachen. Ab diesem Zeitpunkt bis zum Ende des 20. Jahrhunderts wächst das Unternehmen weiter und auch die Einführung des Euro als gemeinsames europäisches Zahlungsmittel im Jahr 1999 hat keine wirtschaftlichen Auswirkungen.

Bereits im 21. Jahrhundert angekommen, genauer im Jahr 2001, eröffnet die Pax-Bank ihren ersten Sitz im Ausland. Die offensichtliche Wahl ist Rom, ihre Filialen befinden sich in der Nähe des Vatikans und somit erreicht die Bank, ihren eigenen Worten zufolge, „das Herz des Katholizismus“. Die Bank des Vatikans hatte bereits nach einigen Skandalen in den 80er und 90er Jahren einen großen Teil ihrer Glaubhaftigkeit verloren und deshalb versuchte sich die Pax-Bank, mit ihrem Erscheinungsbild als „transparente und ethische“ Bank, als Alternative in der Welt des katholischen Kapitals zu präsentieren.

Im Jahr 2009 eröffnet die Pax-Bank eine Filiale in einem Kloster deutscher katholischer Nonnen in Jerusalem, um „ihren Kunden im Heiligen Land zu helfen und die wirtschaftliche Lage der katholischen Institutionen in jenem Land zu stärken“.

Trotz der ethischen und moralischen, katholischen Grundsätze, mit dem sie sich ihren Gläubigen öffentlich präsentieren will, ist auch die Pax-Bank nicht von ihren eigenen Skandalen befreit. Im Jahr 2009 kommen ihre Investitionen in das amerikanische Pharmaunternehmen Wyeth, einem Hersteller von Antibabypillen, ans Licht. Im gleichen Jahr werden auch ihre Anlagen beim englischen Rüstungsunternehmen BAE Systems, einem Hersteller von Atom-U-Booten bzw. Jagdflugzeugen und Kapitalströme an British-American Tobacco Imperial, einem mächtigen Unternehmen aus der Tabakindustrie, öffentlich. Die Pax-Bank beeilte sich daraufhin sich bei seinen Klienten zu entschuldigen und diese erkannten die Beichte, wie gute Christen es tun, an und wussten zu verzeihen.

Dennoch erweist sich die Pax-Bank, jener „Mittler zwischen Gott und Geld“, wie sie durch die deutsche Wirtschaftspresse beschrieben wird, mit ihren 8 Filialen, 200 Mitarbeitern und ihrem Kapital von nur 2,3 Billionen Euro, als bedeutungsloser Zwerg, verglichen mit den Finanzriesen des spanischen Staates. Und wenn heutzutage hierzulande keine Bank als explizit katholisch auftritt, hat das damit zu tun, dass sie es de facto alle sind, auf die eine oder andere Weise, nämlich verbunden mit jener enormen „namenlosen Gesellschaft“, die Kirche genannt wird.

Die Geschichte der Sparkassen im spanischen Staat geht auf unterschiedliche Vorgänger zurück, unter ihnen stechen die Montes de Piedad (Leihhäuser) hervor, nämlich wohltätige Unternehmen, bei denen die Armen Beträge in Bargeld erhalten konnten durch das verpfänden ihres Hab und Guts, um so ihre Grundbedürfnisse zu erfüllen. Ursprünglich in Italien im 15. Jahrhundert durch die Franziskaner ins Leben gerufen, begannen sie sich in den darauffolgenden Jahrhunderten auch nach Spanien auszubreiten, mit der ersten Gründung in Dueñas im Jahr 1550. Während sich die sozio-ökonomischen Verhältnisse änderten, wurden in eben diesen Montes de Piedad die Sparkassen gegründet, um „das Sparen unter den bescheidensten Klassen zu fördern“. Das Konzept der Sparkasse wie wir es heutzutage kennen, stammt ursprünglich aus England, wo der Protestantismus, entgegengesetzt zu den katholischen Ansätzen der Frömmigkeit, meinte, dass die Verbesserung der Lebensumstände der Arbeiterklasse durch Entlohnung des Sparens erreicht werden konnte. So wurde die erste Sparkasse 1834 in Jerez gegründet und im darauffolgenden Jahr legte eine königliche Verfügung die Ziele der Kassen als „das Erhalten von Geldeinlagen zum kurzfristigen Abwerfen von Zinsen mit der Absicht den Geist der Wirtschaft und der Arbeit zu verbreiten“ fest. Schließlich entstanden die spanischen Sparkassen mit etwas Verzögerung zu anderen Ländern und fast immer verknüpft mit den bestehenden Montes de Piedad oder zum gleichen Zeitpunkt gegründet. Ihre hauptsächlichen Ziele waren „die Ersparnisse des Volkes zur Investition zu führen und die Sozialarbeit in den betreffenden Gebieten“ was so viel heißt wie „Du arbeitest und betest, wir kümmern uns um dein Geld und deine Seele”.

Die engen Verbindungen zwischen der Kirche, den Banken und der Politik, obwohl sie heutzutage vielleicht weniger offensichtlich sind, vor allem dank der unzähligen Fusionen und Namensänderungen (in Spanien sterben die Banken nie, sie fusionieren einfach…) hörten auch unter der, in den letzten Jahren auftretenden, Wirtschaftskrise niemals auf zu existieren. Seit den Zeiten der Caixa Manlleu, die 1896 durch lokale Gewerbetreibende und… einem Bischof gegründet wurde bis zu den Anfängen des 21. Jahrhunderts hat sich nicht viel geändert, zumindest nicht in Bezug auf die wirtschaftliche Macht. Bis Ende Juni 2016 hatte das Amt des Präsidenten von La Caixa, jenem Unternehmen, das 1990 aus einer Fusion der Caja de Pensiones para la Vejez y de Ahorros de Catalunya y Baleares und, wenig überraschend, der Caja de Ahorros y Monte de Piedad de Barcelona hervorging, der große katalanische Unternehmer Isidre Fainé i Casas inne, bekannt für seine stark religiösen Überzeugungen und seine Verbindungen mit Opus Dei. Geboren in einer bescheidenen Nachbarschaft von Manresa, promovierte er zum Doktor der Ökonomie an der Universität von Barcelona, der Betriebswirtschaftslehre in Harvard und der Diplomatie an der Universität von Navarra, zugehörig zu Opus Dei, um später zu einem der wichtigsten Banker und Unternehmer des Landes zu werden. Es ist interessant wie die Christen, zumindest jene, die nicht von den Löwen gefressen worden waren, von ihren antiken römischen Vorfahren nicht nur das Latein erbten sondern sich auch einige ihrer Wahlsprüche aneigneten. Auch Fainé i Casas, stolzer Vater von acht Kindern, Einwohner von Sant Cugat del Vallès und seit September 2016 Präsident des multinationalen Energieunternehmens Gas Natural, nimmt offensichtlich erfolgreich jene alte Maxime an: „pecunia non olet” (Geld stinkt nicht).

[Update} Aachen: Die Kameradin wurde freigesprochen

Am 8. Dezember hat das Gericht die Kameradin aus Amsterdam, angeklagt für einen Bankraub in Aachen im Jahr 2013, freigesprochen.

Über sechzig Leute waren im Gericht anwesend, um ihre Unterstützung zu zeigen. Der Richter wies die vagen Indizien zurück, die von der Anklage argumentiert wurden, um die Anwesenheit der Kameradin in der Bank an jenem Morgen vor mehr als drei Jahren zu beweisen.

Allerdings hat die Staatsanwaltschaft bereits ihren Rekurs beim Bundesgerichtshof angekündigt. Das bedeutet, dass ein Richter jetzt den gesamten Gerichtsprozess überprüfen wird, um sehen ob es Verfahrensfehler oder Inkohärenzen bei der Argumentation des Richters gegeben hat. Falls dieses Gericht auf Fehler stößt, wird der Gerichtsprozess im Gericht von Aachen noch einmal durchgeführt werden müssen, jedoch unter der Leitung eines anderen Richters. Falls dieser Rekurs scheitert, werden die Anklage und das Gerichtsverfahren geschlossen.

Trotzdem befinden sich weiterhin zwei Kameraden in Untersuchungshaft unter der Anklage eines Bankraubs, der im Jahr 2014 stattfand. Deren Prozess wird Ende Januar beginnen.

Wir wollen den eingesperrten Kameraden Stärke und Mut senden, auf dass sie unsere Solidarität durch die Betonmauern und Eisenstäbe fühlen.

[update] Die Termine für den Gerichtsprozess gegen die in Deutschland eingesperrten Anarchisten aus Barcelona sind bekannt.

Das Gericht der deutschen Stadt Aachen hat uns über den Termin des Beginns der Hauptverhandlung gegen die zwei Kameradinnen aus Barcelona in Kenntnis gesetzt, die beschuldigt werden in ebendieser Stadt im November 2014 eine Filiale der Pax Bank ausgeraubt zu haben. Der Gerichtsprozess wird am 23. Januar eröffnet und ist für insgesamt 25 Sitzungen angelegt.

Die Kameradinnen wurden am 13. April bzw. 21. Juni dieses Jahres, in einer repressiven Operation durchgeführt durch die Mossis d’Esquadra und die deutsche Polizei, verhafteten, bei er das soziale Zentrum Blokes Fantasma und verschiedene private Wohnsitze heimgesucht wurden. Seitdem befinden sich die zwei Anarchisten aus Barcelona in Untersuchungshaft in Haftanstalten in Aachen und Köln. Lasst uns nicht vergessen, dass auch eine dritte Kameradin aus Amsterdam zur Zeit der Prozess gemacht wird, in einem juridisch unabhängigen Verfahren, das jedoch im Rahmen der gleichen repressiven Hetze stattfindet, die sich ausgehend von diesen Enteignungen von Banken in Deutschland auf dem ganzen europäischen Kontinent ausgebreitet hat.

Aus Barcelona wollen wir unsere bedingungslose Solidarität und Unterstützung für alle diese Kameradinnen betonen und wir rufen alle kämpfenden Individuen und Organisationen auf sich zu mobilisieren, den Aufrufen für ihre Freiheit zu lauschen und auf diese Aggression der Staaten gegen jene die gegen ihre Ordnung und ihr Elend rebellieren zu antworten.

DIE IN DEUTSCHLAND EINGESPERRTEN ANARCHISTEN SIND NICHT ALLEINE.
WIR WOLLEN IHRE FREIHEIT.
WIR WOLLEN SIE UNTER UNS HABEN.

23 and 26 january
9,13,14 and 16 febuary
2,6,9,10,13,20,23,27,28 and 31 march
3,7,24,25,28 april
5, 12, 18 and 22 may

[update] Aachen: Urteil am 8. Dezember 2016 um 11:30

Das Urteil im Gerichtsprozess gegen die Kameradin aus Amsterdam, der letztes Monat stattgefunden hat, wird am Donnerstag 8. Dezember um 11:30 im Justizzentrum von Aachen verkündet werden.

Heute, am 5. Dezember, hörte das Gericht die Plädoyers der Verteidigung und der Anklage. Die Staatsanwaltschaft fordert 6,5 Jahre für “Erpresserischen Menschenraub und illegalen Waffenbesitz”.

Komm’ und zeige deine Unterstützung beim Gericht oder deine Solidarität auf der Straße.

[Update] Aachen: Aktualisierung vom 1.12. und Bekanntmachung des Datums der Urteilsverkündung

Heute, 1. Dezember, war der letzte Tag des Prozesses, um Beweise für oder gegen die Kameradin aus Amsterdam vorzulegen, die von der Staatsanwaltschaft Aachen für einen Banküberfall angeklagt wird, der im Juli 2013 in eben dieser Stadt stattgefunden hatte.

Das bedeutet, dass bei der nächsten Sitzung (5.12.) sowohl die Verteidigung als auch die Anklage ihre Plädoyers argumentieren werden und die Gerichtverhandlung somit zu ihrem Ende kommt. Heute erwähnte der Richter, dass das Urteil möglicherweise schon am Montag den 5. Dezember verlautbart werden könnte, sprach aber auch von der Möglichkeit, dass die zwei Richter und die zwei Geschworenen sich auch mehr Zeit zur Beratung nehmen könnten und das Urteil am Donnerstag 8. Dezember bekanntgeben. Beide Sitzungen sind für 9:30 angesetzt, deshalb sollten alle die anwesend sein wollen nicht vergessen, dass das Warten und die Extrakontrollen bis zu 45 Minuten in Anspruch nehmen können. (Seid spätestens um 8:45 vor Ort!!!)
Seit dem letzten Update hat ein ganzes Karussell von Experten und Polizeibeamten stolz seine Pflicht erfüllt und mit diesem widerlichen Gerichtszirkus kollaboriert.

Am Montag dem 28. November, viel zu früh morgens, hatten wir das Vergnügen einer eifrigen Bullin zu lauschen, die seit Beginn an auf diesen Falls angesetzt ist, die Kameradin im Juli 2015 auch aus Bulgarien abgeholt hatte und den meisten Besuche, die sie im Gefängnis hatte, beiwohnte. Während der Ermittlungen interviewte diese Bullin die Gefängniswärterinnen und fragte ob die Kameradin auch tatsächlich Deutsch spreche. Diese antworteten bejahend, erklärten jedoch, dass ein sehr deutlicher niederländischer Akzent und häufige grammatikalische Fehler hörbar seien. Sich als Sprachexpertin ausgebend, suggerierte die Bullin offenkundig, dass unsere Kameradin eigentlich nur eine Rolle vorspielte, in der sie die ganze Zeit über vorgab nicht perfekt Deutsch zu sprechen. Wenn die Erklärung der Bullin wahr wäre, würde das mit der Aussage von einer der beiden Bankangestellten übereinstimmen, die meinte, dass die verkleidete Frau gutes Deutsch sprach.

Danach kam der DNA-Experte, der nur die Tatsache feststellen konnte, dass er sicher sein konnte, dass die DNA von der Kameradin stamme, es aber keinen Weg gebe, um festzustellen, wie oder wann die Spur auf die Pistolen gekommen war.

Während dem Nachmittag des gleichen Tages berücksichtige der Richter auch einen Brief, den die Anklage als die Worte der Kameradin vorlegte, und las diesen vor. Dieser Brief „Das Herz gefüllt mit Mitternacht”, erschien erstmals im Dezember 2015 in der Zeitschrift Avalanche, anarchistische Korrespondenz. Der Brief wurde anonym publiziert.

Die Anklage präsentierte außerdem ein weiteres Dokument, erhalten von ihren Freunden in Katalonien, den Mossos d’Esquadra (katalanische Autonomiepolizei), das über deren Anti-Terror Ermittlungen gegen die Anarchisten von Barcelona spricht, die mit den GAC (grupos anarquistas coordinados) in Verbindung gebracht werden. Der Mittelpunkt dieses Dokuments war die Andeutung, dass die Mossos einen Weg finden mussten, um zu erklären wie deren konstruierte Terrororganisation sich finanzierte. Ein eifriger Versuch, ein Motiv zu erschaffen, das sogar der Richter mit „nichts davon können wir verifizieren“ kommentierte.

Am Donnerstag 1. Dezember gab das Gericht einer Professorin für biologische Forensik (viel) Zeit. Diese Professorin der Kontrolle und Widerlichkeit erscheint ungefähr 110-mal pro Jahr vor Gericht, um ihre kostbare Meinung über die Wahrscheinlichkeit der Übereinstimmung eines Bildes einer Überwachungskamera mit den Gesichtszügen eines verdächtigten Individuums zu geben. Diese Professorin der Perversion des Lebens, fuhr, nachdem sie den menschlichen Körper in einen biometrische Algorithmus verwandelt hatte, fort, durch mathematische Kalkulationen, auf einer Skala von 0 bis 4 die Wahrscheinlichkeit einer Übereinstimmung zu bestimmen. Allerdings konnte sie in diesem Fall, angesichts der schlechten Qualität der Überwachungsbilder und der guten Verkleidung der frühmorgentlichen Kunden, nicht viel sagen. Nach dem eingehenden Prüfen der kleinen Oberfläche des Körpers, die mehr oder weniger gut auf den Aufnahmen sichtbar war, kam sie zur unschätzbaren sachkundigen Schlussfolgerung, dass es keine unverkennbaren Ähnlichkeiten zwischen den Bildern der Überwachungskamera und der Kameradin gibt.

Am Nachmittag beschäftigte sich das Gericht mit einigen unwesentlichen Banküberweisungen, die im Sommer 2013 stattfanden.

Noch etwas anderes: Es war erfreulich zu sehen, dass das Gericht bereits mit der Weihnachtsdekoration beschäftigt ist. In den letzten Wochen haben anscheinend einige kleine Nachtelfen die Fassade des Gebäudes mit entzückenden grünen und roten Farbbomben verziert…

Solidarität und Wut